Heimaufnahme

Finanzierung der Heimkosten im Seniorenzentrum Louis-Röll

Da die Frage der Finanzierung generell vor dem Heimeinzug geklärt werden sollte, wollen wir Sie nachfolgend über verschiedene Möglichkeiten zur Finanzierung der Heimkosten informieren.

Wir haben für Sie hierfür eine Übersicht erstellt.

 

Die Pflegeversicherung beteiligt sich an den Kosten für die Pflege in einer vollstationären Einrichtung (§ 43 SGB XI). Voraussetzung hierfür ist, dass eine Zuordnung zu einem Pflegegrad erfolgt ist. Der zugewiesene Pflegegrad geht aus dem schriftlichen Bescheid hervor, den der Pflegebedürftige von der Pflegekasse erhält, bei der er versichert ist. Die Einstufung basiert auf dem Gutachten des medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK).

Den Antrag auf Leistungen für vollstationäre Pflege sollten Sie vor Heimeinzug bei Ihrer Pflegekasse stellen.

 

Sozialhilfe

Wenn Leistungen der Pflegekasse, Wohngeld sowie eigenes Einkommen und Vermögen nicht ausreichen, um die Kosten zu decken, können Leistungen nach dem SGB XII in Anspruch genommen werden.

Genauere Informationen über Freibeträge, Berechnungsgrundlagen, Unterhaltsverpflich-tungen und die aktuelle Höhe des monatlichen Barbetrages (Taschengeld) erfahren Sie bei ihrem zuständigen Sozialamt oder direkt beim Bezirk Oberfranken.

Der Antrag auf Sozialhilfe sollte auf jeden Fall vor dem Einzug gestellt werden, weil diese erst ab Datum der Antragstellung gewährt wird.

 

Wohngeld

Neben Sozialhilfeempfängern kann auch für Selbstzahler zur Finanzierung der Investiti-onskosten Wohngeld gewährt werden. Als Einkommen werden hierbei nur Einkünfte wie z.B. Rentenzahlungen, Mieteinnahmen und Zinserträge aus Vermögen angerechnet, das Vermögen selbst (z.B. Sparguthaben) und die Leistungen der Pflegekasse werden hierbei nicht berücksichtigt.

Bei Sozialhilfeempfängern wird der Antrag vom Sozialamt gestellt und das Wohngeld vom Sozialamt vereinnahmt.

 

Finanzierung zeitlich befristeter Heimaufenthalte

Zeitlich befristete Aufenthalte in unserer Einrichtung lassen sich mit Hilfe von Kurzzeit- und Verhinderungspflege, oder im Rahmen einer Krankenhausnachsorge, finanzieren. Kurzzeit- und Verhinderungspflege sind auch in Kombination möglich.

 

Kurzzeitpflege gemäß § 42 SGB XI:

Voraussetzung für die Finanzierung der Kurzzeitpflege durch die Pflegeversicherung ist mindestens die Zuweisung in den Pflegegrad 2.


Verhinderungspflege gemäß § 39 SGB XI:

Ist eine Pflegeperson (z.B. pflegende Angehörige, Lebenspartner, Bekannte) wegen Krankheit, Urlaub oder aus sonstigen Gründen verhindert die häusliche Pflege durchzuführen, hat der Pflegebedürftige auch Anspruch auf Verhinderungspflege. Voraussetzung für eine Kostenübernahme ist zusätzlich zur Zuweisung des Pflegegrades 2, dass der Pflegebedürftige seit mindestens 6 Monaten zu Hause gepflegt wurde.

 

Für Kurzzeit- und Verhinderungspflege gilt gleichermaßen:

Die Pflegeversicherung übernimmt Aufwendungen bis zu 1.612,00 Euro für maximal 28 Kalendertage je Kalenderjahr, die wir direkt mit Ihrer Pflegekasse abrechnen. Die Zahlung des Pflegegeldes für die Pflege zu Hause wird während der Dauer des Heimaufenthaltes eingestellt. Da die Pflegekasse nur die Kosten für die pflegebedingten Aufwendungen übernimmt, sind die Kosten für Unterkunft und Verpflegung sowie Investitionen selbst zu entrichten.

 

Übertragungsmöglichkeiten:

Leistungen aus der Verhinderungspflege können zu 100% auf die Kurzzeitpflege übertragen werden, so dass sich im Rahmen der Kurzzeitpflege kalenderjährlich ein maximaler Anspruch von 3.224,00 € für 56 Kalendertage ergibt.

Leistungen aus der Kurzzeitpflege können zu 50% auf die Verhinderungspflege übertra-gen werden, so dass sich im Rahmen der Verhinderungspflege kalenderjährlich ein maximaler Anspruch von 2.418,00 € für 42 Kalendertage ergibt.

Aktuell beträgt in unserer Einrichtung der private Zuzahlungsbetrag pro Tag: 26,77 € im Doppelzimmer und 30,77 € im Einzelzimmer.

 

Krankenhausnachsorge / Kurzzeitpflege bei fehlender Pflegebedürftigkeit gem. § 39c SGB V

Wenn Sie nach der Entlassung aus dem Krankenhaus einen erhöhten Bedarf an Pflege und/oder hauswirtschaftlicher Unterstützung haben, der mit Angeboten der häuslichen Krankenpflege nicht ausreichend gedeckt werden kann, kommt die sogenannte „Kurzzeitpflege bei fehlender Pflegebe-dürftigkeit“ in einer stationären Einrichtung in Betracht. In diesem Fall übernimmt die Krankenversi-cherung Aufwendungen bis zu 1.612,00 €, die wir direkt mit Ihrer Krankenkasse abrechnen.

Da (analog zur regulären Kurzzeitpflege) nur die pflegebedingten Aufwendungen übernommen werden, sind die Tagessätze für Unterkunft und Verpflegung sowie für Investitionen selbst zu entrichten.

 

Entlastungsbetrag

Sofern die Zuweisung in einen der Pflegegrade 1 bis 5 erfolgt ist, kann ein monatlicher zusätzlicher Entlastungsbetrag in Höhe 125,00 € monatlich in Anspruch genommen werden.

Erstattungsfähig sind folgende Leistungen:

  • Tages- und/oder Nachtpflege
  • Kurzzeitpflege
  • Spezielle Betreuungsangebote für alle eingestuften Bewohner

 

 

Ihre gesetzliche oder private Pflegekasse steht Ihnen für weitere Fragen und Informationen gerne zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich an den für Ihre Pflegekasse zuständige/n Pflegeberater/in.